Vom Kittenkratzbaum zur Kletterwand

Als Lilli und Maja bei uns einzogen, wohnten wir nicht ganz drei Monate in unserer neuen Wohnung. Wir hatten zwei Haushalte zusammen gelegt, viel Dinge aussortiert und entsorgt, viele Dinge fehlten uns noch. Genauso waren wir uns auch nocht nicht genau darüber im Klaren, wie wir nun die zusätzlichen Räume einrichten wollen. Klar war jedoch: unsere kleinen Mäuschen brauchten einen Spielplatz mit Kratzmöglichkeiten. Es begann mit einem Kittenkratzbaum, der gemeinsam mit den Kleinen heranwuchs und so zu einem festen Bestandteil in unserer Wohnungseinrichtung wurde.


Alles hat mal klein angefangen

Auf der Suche nach dem richtigen Kratzbaum wurden wir mit vielen Fragen konfrontiert, die uns vorher gar nicht bewusst waren: Höhe und Umfang, Sisal- oder Naturstamm, Pappe oder Vollholz, Stoffe, Farbe, Muster, Höhlen, Liegeflächen, integriertes Spielzeug und nicht zu verachten, was darf das Ganze kosten?

Immerhin hatten wir noch einige Großmöbel anzuschaffen. Die Auswahl schien unendlich zu sein, viele waren uns zu teuer, viele passten so gar nicht zu meiner Vorstellung der Wohnungeinrichtung. Also haben wir beschlossen zunächst klein anzufangen. Mit einem kleinen, simplen Kratzbaum. Eine Höhle, zwei Sisalstämmchen aus Pappe mit zwei Plattformen in circa 40 und 70 cm Höhe zu einem moderaten Preis sollte erstmal ausreichen.  Aber dass Kitten so schnell heranwachsen, hatten wir nicht so richtig auf dem Schirm. Schon eine Woche nach dem Aufstellen war klar: die Kleinen wollten hoch hinaus. Wie oft haben wir sie unter der obersten Plattform am Stamm hängend gefunden.


Der Kratzbaum wächst mit

Um ihrem Kletterbedürfnis gerecht zu werden, haben wir dann das untere Stämmchen um 60 cm aufgestockt und begannen parallel mit konkreten Überlegungen für die finale Katzbaumlösung.

In unserer Essdiele fand sich eine Wandfläche, die wir nicht effektiv nutzen konnten – da sollte er stehen, der große Kratzbaum! Aber welchen nehmen? Von den großen ausladenden Modellen der namhaften Hersteller waren wir nicht so recht überzeugt. Immerhin müssen auch wir Menschen uns noch in der Wohnung bewegen können. Also hieß es planen und selber bauen.


Projekt Kletterwand – Von der Idee zur Bohrmaschine

Vom Umzug hatten wir noch einige kleinere Bretter übrig. Eine zwei Meter lange Papprolle mit elf Zentimetern Durchmesser fand sich auch an – wir hatten für das Wohnzimmer einen Bodenkanal für Kabel bestellt und die Verpackung noch nicht entsorgt, perfekt! Ach ja, den Kittenbaum könnten wir doch auch integrieren. Nach diversen Skizzen stand also unser Entwurf. Bevor es aber an die Ausführung ging, mussten wir uns über einige Details einig werden: Welchen Plüsch wollen wir zum Bespannen der Bretter nehmen? Wieviel Sisalband in welcher Stärke brauchen wir? Wie bekommen wir eigentlich die Papprolle an der Boden- und Kopfplatte fest?

Eine Woche später konnten wir bewaffnet mit unserem Grundmaterial, 50 Meter Sisal in sechs Millimeter Stärke, 2 Quadratmetern Teddystoff, zwei zylinderförmigen Pfostenhülsen aus Stahl zum Aufschrauben – zugegeben, Stahl ist etwas übertrieben, aber wenn es um die Katzensicherheit geht, darf es auch gern etwas stabiler sein – diverser Rollen Teppichklebeband, Regalkonsolen und unserem Vorrat an Schrauben und Dübeln an die Arbeit gehen.


Die Abnahme

Nach einer Woche war es dann soweit: die Mädchen konnten endlich in die Höhe. Schon seit Tagen hatten sie sich auf die lange Säule gefreut, die quer in unserer Essdiele lag und sich bereits als Schwebebalken bewährt hatte.

Noch heute flitzen sie sie Plattformen hoch und runter, klettern an der Sisalsäule herum, beobachten, schlafen und spielen in Höhen, in die auch wir Menschen nicht ohne Tritt heranreichen können. Die Freude, mit der die Mädhcen ihre Kletterwand benutzen zeigt uns, dass unser erster selbst gebauter Kratzbaum so schlecht nicht sein kann.