So eine Fummelei! – Erste Erfolge am Fummelbrett

Vor allem Wohnungskatzen brauchen täglich nicht nur körperliche, sondern auch geistige Beschäftigung um physisch und psychisch gesund zu bleiben.

Über zwei interaktive Spielmöglichkeiten unserer Mädels habe ich euch schon berichtet:
„Du entkommst mir nicht!“ – Rauferei unter Katzen
„Die Mädchen und der Fisch“ – Spiel mit der Katzenangel

Heute möchte ich von Lillis und Majas ersten Erfolgen am Fummelbrett berichten.

Neben der körperlichen Ertüchtigung beim Spielen ist es wichtig, Katzen auch geistig zu beschäftigen. Bei Wohnungskatzen kommt schnell Routine auf: die gleiche Wohnung, die gleiche Einrichtung, das gleiche Spielzeug, der gleiche Kratzbaum… Irgendwann wird so auch die Lieblingsmaus langweilig. Alle Ecken der Wohnung sind erkundet, alle Ebenen des Kratzbaums erklommen. Nichts riecht mehr neu, es gibt keine sinnliche Herausforderung mehr.

Viele Katzen reagieren mit unerwünschtem Verhalten oder werden gar depressiv. Daher ist gerade dann Beschäftigung wichtig, wenn wir Menschen auß0er Haus sind und unsere Lieblige mit sich allein bleiben. In unserem Fall steht nicht nur die geistige Auslastung unserer Mädels auf dem Programm.

Mit selbst erarbeiteten Erfolgen gewinnen Katzen Selbstbewusstsein und Sicherheit – eine der Hausaufgaben, die uns unsere Katzenpsychologin aufgegeben hat. Vor allem Lilli muss Selbstbewusstsein erlernen und merken, was für eine tolle und coole KAtze sie ist. Und wie machen wir das?


Fummelbretter

Ihre Empfehlung war ein sogenanntes „Fummelbrett“, aus dem unsere Miezen ihr Trockenfutter und ihre Leckerli aktiv heraus fummeln müssen. Das beschäftigt sie, weckt ihren Ehrgeiz und haben sie erst einmal ein Leckerli erfolgreich erobert, fühlen sie sich gut. Okay, Aufgabe verstanden!

Das richtige Brett für den Anfang zu finden, kann sich allerdings schwieriger gestalten, als man denkt. Es gibt unzählige Varianten Fummelbretter selbst zu basteln. Zum Beispiel aus leeren Papprollen, die mit Löchern versehen werden und die auf verschiedenste Arten angeordnet werden können. Für bastelfaule Menschen wie uns gibt es natürlich auch Fummelbretter im freien Handel. Eines der beliebtesten Fummelbretter sei laut unserer Katzenpsychologin das Trixie Cat Activity Fun Board.

Super! Schnell gefunden, gleich bestellt und zügig geliefert stieß das Fummelbrett zunächst nicht auf große Gegenliebe und wurde tagelang ignoriert.
Derweil die Kleinen also noch skeptisch sind, stelle ich euch das Brett kurz vor. Die nachfolgenden Informationen habe ich der beiliegenden Anleitung und den Informationen auf der Trixie-Homepage entnommen.


Das Trixie Cat Activity Fun Board

Das Brett ist ca. 30 x 40 cm groß, aus weißem Kunststoff und fühlt sich sehr stabil an. Es besteht aus 5 Modulen, die die Fähigkeiten unserer Katzen auf unterschiedliche Arten trainieren soll:

Das Kugelmodul
Am Rand des Brettes sind vier durchsichtige Gläser mit nach oben gerichteter Öffnung aufgesteckt, die mit Trockenfutter oder Leckerli befüllt werden. Die besondere Herausforderung für die Katze besteht darin, durch Tasten und Riechen die Öffnung im Glas zu finden, denn durchsichtige unbewegliche Elemente können Katzen auf kurze Distanz nicht detailgetreu erkennen. Ist die Öffnung lokalisiert, besteht die nächste Herausforderung darin, an das Leckerli im Glas zu kommen. Durch das Herausfummeln von oben, kann die Katze die Beweglichkeit ihrer Pfötchen und die Einsatzmöglichkeiten ihrer Krallen trainieren. Fällt das Leckerli zurück ins Glas, macht es ein für die Katze interessantes Geräusch, was einen zusätzlichen Anreiz bietet.

Das Zapfenmodul
Auf dem Brett befinden sich versetzt angeordnete Zapfen, zwischen denen die Leckerli verstreut liegen. In diesem Bereich kann die Katze die Beutestücke visuell orten und sich Strategien überlegen, wie sie die Leckerli mithilfe ihrer Pfote oder Krallen aus dem Zapfenwald heraus bugsiert – denn das Köpfchen passt nicht dazwischen.

Das Bahnenmodul
Auf dem Brett befinden sich parallel verlaufende Bahnen, aus denen die Katze mittels Dreh- und Spreizbewegungen der Pfote und Zehen ihre Leckerli heraus holen soll. Dieses Modul ist auch für ältere Katzen interessant, da auch im Liegen Beute gemacht werden kann.

Das Zungenmodul
Viele unterschiedlich hoch angeordnete Vertiefungen erschweren es der Katze, die Leckerli mit der Pfote heraus zu holen. Hier soll die Geschicklichkeit der Zunge trainiert werden. In die Vertiefungen können auch Wasser oder Pasten eingefüllt werden. Dieses Modul ist auch für blinde und stark behinderte Katzen interessant.

Das Tunnelelement
Der Tunnel am seitlichen Brettrand ist so interessant für die Katze wie ein Mauseloch. Hier kann sie mit ganzer Länge ihrer Pfote nach Beute wühlen. Doch nicht nur Leckerli können im Tunnel versteckt werden. Auch bietet sich die Gelegenheit für die Katze das im Tunnel versteckte Spielzeug zu erlangen und nach Gebrauch wieder zu verstecken.

Hinweise zum Gebrauch
Das Fummelbrett sollte immer gemeinsam von Mensch und Katze benutzt werden. Der Mensch verteilt die Leckerli vor den Augen der Katze auf dem Brett. Zu Spielbeginn sollte die Katze wach und in Spiellaune sein. Das Spiel sollte nicht unmittelbar nach der Fütterung statt finden. Alternativ kann die Fütterung mit Trockenfutter mithilfe des Fummelbretts erfolgen, so wird gleichzeitig die Futteraufnahme verzögert und Überfütterung vermieden. Das Spiel sollte an einem Ort statt finden, an dem sich die Katze wohl und sicher fühlt.
Es empfiehlt sich zu Beginn der Nutzung der Katze bei der Bewältigung der Fummelaufgaben zu helfen, damit sie schnell Erfolge erzielt, somit motiviert bleibt und etwas Positives mit dem Spiel verbindet.
Kätzchen unter 3 Monaten oder mit einem Gewicht unter 1,5 kg dürfen das Brett nur unter Aufsicht benutzen, denn sie könnten mit dem Kopf in den Gläsern stecken bleiben. Die Gläser lassen sich jedoch abnehmen, so dass sie erst zum Einsatz kommen, wenn die Katze groß genug ist.


Erste Fummeleien

Inzwischen haben sich auch Lilli und Maja mit dem „komischen neuen Ding“ angefreundet und begonnen, sich an den Modulen auszuprobieren. Ihre ersten erfolgreichen Versuche könnt ihr im Video sehen.

Das Fun Board bietet ausreichend Abwechslung und Herausforderungen und eigenet sich meiner Ansicht nach gut für den Einstieg in die Welt der Fummelbretter. Im Vergleich zu weiteren Produkten der Reihe Cat Activity besticht es durch sein simples Prinzip. Zu unserer Hausaufgabe gehört auch das Schaffen von Ressourcen-Überfluss. Das eine oder andere Produkt werden wir also noch ausprobieren.