Raus mit euch! – Teil 1, Balkonsicherung

Was gibt es schöneres für eine Katze als sich draußen herumzutreiben, im Garten, in der Natur, im Gebüsch und wer weiß wo sonst noch. Nach ausgiebigen Spaziergängen, Kletterpartien, sportlichem Workout mit anschließender Ruhepause in der Sonne und einem Meet-Up mit der Gang kehrt sie in ein sicheres Heim zurück, wo liebende Katzeneltern schon mit dem Lieblingsfutter warten…

Klingt wie ein Traum? Das ist es für viele Katzen auch!

Wild- und Straßenkatzen haben ein Revier, aber kein Zuhause und sind den Widrigkeiten der Natur, Feinden, anderen Gefahren und Krankheiten ohne medizinische Versorgung ausgesetzt und müssen sich ihr Futter hart erarbeiten. 

Für reine Wohnungskatzen besteht die Welt nur aus den sprichwörtlichen vier Wänden und ihren Katzeneltern. Sie werden zwar rundum versorgt, aber das „Draußen“ können sie nur in kleinen Ausschnitten am Fenster erleben.


Kompromiss Balkon

Für uns war klar: Wir wollen Katzen in unserem Leben haben. Aber  hier, mitten in der Großstadt, in einem großen Mehrfamilienhaus, umgeben von zahlreichen sehr belebten Straßen, kommt Freigang nicht in Frage. Die Wohnung muss groß genug sein und ohne Balkon geht gar nichts! Denn zumindest dieses kleine Stückchen Freiheit sollten unsere zukünftigen Miezbewohner bekommen. 

Eine passende Wohnung haben wir gefunden und nur zehn Wochen nach unserem Einzug kamen Maja und Lilli zu uns. Die ersten Monate haben sich die zwei gar nicht für den Balkon interessiert. Doch im Frühjahr wollten sie unbedingt mit nach draußen in die Sonne. 

Nun war unser Balkon noch nicht sehr katzenfreundlich und vor allem nicht sicher. Ein grauer Betonboden, große Fügen zwischen Brüstung und Platte und eine Absturzhöhe von über zwanzig Metern waren sowohl ungemütlich als auch lebensgefährlich. 

Katzen haben die Fähigkeit einen Fall oder Sprung aus großer Höhe unverletzt zu überleben. Sie drehen sich um ihre eigene Achse und landen mit den Pfoten und weit gespreizten Zehen voran auf dem Boden. Durch ihren elastischen Körperbau federn Katzen den Aufprall ab. Im Video seht ihr den Fall und die Landung einer Katze. 

Doch das klappt durchaus nicht immer. Windböen, Vorsprünge in der Fassade oder nicht genügend Zeit sich auf die Landung vorzubereiten führen nicht selten zu schwersten Verletzungen oder einem tödlichen Ende. Deshalb empfiehlt es sich in jedem Fall seinen Balkon katzensicher zu machen, bevor ihn eure Katze benutzt.


Balkonsicherung Katzennetz

Die gängigste Methode einen Balkon oder Terrasse für Katzen zu sichern ist das Katzennetz. Hier gibt es viele verschiedene Varianten der Befestigung z.B. Einhängen in gebohrte Haken, Teleskopstangen mit Klemmen oder Schnellspannern, Überkletterschutz usw.

Bevor ihr an die Planung geht, solltet ihr mit eurem Vermieter abklären ob und in welcher Art ein Katzennetz angebracht werden darf. Ist das erledigt heißt es ein passendes System zu finden.

Unser Balkon befindet sich im obersten Stockwerk und hat eine Überdachung. Gebohrt werden darf nicht, Geländerklemmen sind für uns optisch tabu, also haben wir uns für Teleskop-Spannstangen und Netz von Boy Katzennetze entschieden. Auf der Webseite findet ihr zahlreiche Montageideen für verschiedene Balkone, Anleitungen und Videos, was uns schlussendlich von diesem Anbieter überzeugt hat.

Nachdem wir uns nach langem Überlegen für ein System entschieden hatten, war das Aufmaß schnell erledigt: Netzlänge 1,50 + 3,50 + 1,00 Grundlänge + 0,50 m Zugabe für die Ecken, Höhe 2,50 m und fünf Teleskop-Spannstangen für eine Höhe bis 3,00 m. Die Maschenweite des Netzes richtet sich nach der Größe der Katzen, in unserem Fall die mittlere Variante, denn Maja und Lilli waren zwar keine Kitten mehr, aber auch noch nicht ausgewachsen. Zusätzlich benötigten wir eine Spannleine und eine schwere Bleileine für die Bodenmaschen, damit das Netz unten gehalten wird.

Einen Tipp zur Farbwahl für das Netz kann ich euch geben: Katzennetze sind erhältlich in verschiedenen Farben. Die gängigsten sind weiß, schwarz, oliv und transparent.
Von weiß und transparent möchte ich abraten, wenn es darum geht ein von außen möglichst unauffälliges Netz zu platzieren. Von weißen und transparenten Netzen wird das Tages- bzw. Sonnenlicht stark reflektiert, so dass die Netze aus der Entfernen sehr stark auffallen können
Bei schwarzen und olivfarbenen Netzen ist die Reflexion nicht so stark. Gegenüber hellen Fassaden sind schwarze Netze auffälliger als olivfarbene, die vor allem auf verschatteten Balkonen oder vor Klinkerfassaden am wenigsten auffallen.

Wie wir den Balkon für unsere Mädels nach der Montage des Katzennetzes aufgehübscht haben berichte ich euch in Teil 2.