Wisst ihr wieivel eure Katze wirklich trinkt? Für uns Menschen ist es teilweise sehr schwer zu beobachten, ob der Wassernapf von unserer Fellnase geleert wird oder ob das Wasser darin einfach verdunstet ist. Oft trinken sie nachts, oft nur sehr wenig. Bei Ernährung mit Feuchtfutter trinken einige Katzen gar nicht mehr.
Wie für uns Menschen ist auch für Katzen die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit für ein gesundes Katzenleben sehr wichtig. Hat eine Katze Durst und zeigt uns Menschen das zum Beispiel, indem sie am Wasserhahn bettelt oder ihren Kopf in unsere Trinkbecher steckt, ist sie bereits dehydriert – ein Zustand, der zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen kann.
Wie also bringen wir unsere Katzen dazu, genug zu trinken?
Ein Blick in die Vergangenheit
Werfen wir einen kurzen Blick in die Entwicklung unserer Fellnasen zum Haustier, verstehen wir ihr Trinkverhalten besser. Katzen können ihren Flüssigkeitsbedarf über das Blut ihrer Beutetiere decken. Diese Gewohnheit behielten sie über die Jahrtausende bei. Zudem bezweifle ich, dass sie immer und jederzeit Zugang zu Frischwasserquellen hatten.
Katzen bevorzugen frisches, fließendes Wasser, was in menschlichen Siedlungen wohl eher selten anzutreffen gewesen sein dürfte. Auch in heutiger Zeit sind für viele Wohnungskatzen die einzigen vorhandenen „Fließgewässer“ unsere Wasserhähne in Bad und Küche – und die sind nicht immer zugänglich oder in Betrieb. So ist es also nicht verwunderlich, dass Katzen als grundsätzlich trinkfaul gelten.
Zum Wasserbedarf
Von unserer Tierärztin weiß ich:
Ein gesunder Katzenkörper benötigt durchschnittlich etwa 50 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht. Eine vier Kilogramm schwere Katze sollte demnach täglich 200 Milliliter Flüssigkeit aufnehmen.
Bei Fütterung von Nassfutter wird ein Teil dieses Bedarfs durch die Nahrung abgedeckt. Vorsicht ist bei der Fütterung mit Trockenfutter geboten: denn Trockenfutter enthält keine Flüssigkeit und entzieht dem Körper sogar Flüssigkeit, die er für die Verdauung benötigt. Deshalb liegt der Wasserbdarf hier deutlich höher: ungefähr im Verhältnis drei zu eins. Frisst eine Katze täglich 100 g Trockenfutter muss sie etwa 300 Milliliter Wasser aufnehmen.
Wir füttern unsere Mädchen vorwiegend mit Nassfutter, kleine Mengen Trockenfutter stehen aber zur freien Verfügung bereit. Um uns nicht im Zahlengewirr zu verheddern versuchen wir dafür zu sorgen, dass die Mädchen jederzeit frisches Wasser im Überfluss zur Verfügung haben.
Trinken leicht gemacht
Es gibt viele viele Tipps und Tricks um seine Fellnase zum Trinken zu animieren. Einige davon, zum Beispiel Trinken aus dem Wasserhahn kamen für uns von vornherein nicht in Frage, da unsere Mädchen nur beschränkt Zutritt zu Küche und Bad haben.
Für fließendes Wasser sorgt bei uns ein Trinkbrunnen. Wir haben uns für das Modell Lucky Kitty entschieden, denn die Schalen bestehen aus Keramik, was uns gut gefällt. Das Füllen und Einstellen der Pumpenleistung ist bisweilen etwas schwierig, denn der kleinste Knick im Schlauch kann zu Fehlfunktionen führen. Die Pumpe vibriert ziemlich stark und gerade nachts, wenn ales ruhig ist, ist er sogar für unsere Ohren ziemlich laut. Wir haben uns inzwischen an die Handhabung gewöhnt und kommen gut damit zurecht. Unsere Mädchen mochten den Trinkbrunnen von Anfang an.
Darüber hinaus stehen bei uns in der Wohnung verteilt mehrere Trinknäpfe. Natürlich möglichst weit weg vom Futterplatz, denn Katzen mögen es nicht so gern dort zu trinken, wo sie fressen. Auch einen gebührenden Abstand zu den Toiletten haben wir eingehalten.
Egal ob Napf oder Trinkbrunnen: es ist wichtig, dass Napf/Brunnen sauber gehalten werden und am besten mehrmals täglich das Wasser ausgetauscht wird. Denn in stehenem Wasser (auch im Reservoir des Trinkbrunnens steht das Wasser) sammeln sich Staub, Nahrungsreste, Bakterien, Schimmelsporen oder andere unsichtbare Übeltäter an. Nach längerer Zeit fängt das Wasser an zu faulen oder gar zu verschleimen – und sowas möchte niemand trinken!
Ich habe auch mal gelesen, dass es hilft, dem Wasser etwas salzlose Brühe hinzu zu fügen, aber probiert haben wir das noch nicht.
Ein einfacher Trick, der bei unseren Mädchen gut funktioniert, ist etwas Wasser zu jeder Mahlzeit dazu zu geben. Das hat einerseits den Vorteil, dass die Fellnasen gleich beim Fressen Flüssigkeit aufnehmen und andererseits erhält man durch die Wasserzugabe eine „Soße“ – unsere Maja liebt Soßen und auch wenn wir mal die falsche Sorte servieren, mit ihrer „Wassersoße“ frisst sie dann doch.a
Nachhelfen mussten wir bis jetzt nicht. Unsere Mädels scheinen überhaupt keine Probleme mit dem Trinken zu haben. Wir sehen und hören sie regelmäßig an den Näpfen oder am Brunnen schlabbern. Lady trinkt seit sie bei uns ist auch aus Näpfen und lässt zum Glück meine Becher in Ruhe. In diesem Sinne: Prost!